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Dieter Schossig Historische Musikinstrumente
 
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Über mich und meine Werkstatt

Nach meinem Studium als Physiker habe ich zunächst viele Jahre in der Forschung und Entwicklung an verschiedenen Forschungs- und Bildungseinrichtungen gearbeitet, bis ich aus meiner Begeisterung an der Musik aus Renaissance und Barock zum Lautenbau wechselte. In mehreren Jahren erlernte ich bei Instrumentenbauern in Deutschland und Österreich den Bau von historischen Zupfinstrumenten. Von 2008 bis 2012 absolvierte ich erfolgreich ein Hochschulstudium am Studiengang Musikinstrumentenbau der Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg in Markneukirchen. 2012 wurde ich mit dem Deutschen Musikinstrumentenpreis Kategrorie 8-chörige Renaissancelaute ausgezeichnet.  

Lautenbau heute

Der Klang der Lauteninstrumente prägte die Musik ganzer Jahrhunderte, doch nach der französischen Revolution 1789 verschwanden die Instrumente aus der Musizierpraxis. Nach einer Pause von beinahe 200 Jahren erklingen Nachbauten dieser Instrumente nun wieder in Konzerten und im privaten Bereich. Seit den 70er Jahren beschäftigt sich die Musikinstrumentenforschung intensiver mit historischen Quellen wie den noch vorhandenen Originalinstrumenten in Museen und Sammlungen oder alten Schriften und Bildern. Seit dieser Zeit ist es immer besser gelungen, das verlorengegangene Wissen wiederzuentdecken und sich dem Wesen und Klang dieser Instrumente zu nähern.

Für mich als Lautenbauer ist die Beschäftigung mit historischem Quellenmaterial eine hochinteressante Arbeit. Das Lernen aus den Proportionen und Formen historischer Instrumente, deren Konstruktionen und Bautechniken, die künstlerische Gestaltung und letztendlich die Musik, die mit diesen Instrumenten verbunden ist, machen diese Arbeit so faszinierend.

Als Physiker gilt mein besonderes Interesse der akustischen Untersuchung und Erforschung des Klangverhaltens historischer Zupfinstrumente, die ich in verschiedenen Museen und meiner Werkstatt betreibe. Diese Untersuchungen liefern wichtige Erkenntnisse über die Zusammenhänge des Aufbaus der Instrumente und ihrem Klang. Sie zeigen, dass diese Instrumente weit mehr als häufig vermutet, in einem künstlerischen UND naturwissenschaftlichen Entwicklungsprozess entstanden sind. Ihre Erbauer hatten nicht nur außergewöhnliche künstlerische und handwerkliche Fähigkeiten, sie besaßen auch umfassende naturwissenschaftliche Kenntnisse. Die von ihnen gebauten Instrumente sind beeindruckend genial gestaltete akustische Systeme, die nicht nur aus rein ästhetischen und künstlerischen Vorgaben entstanden sein können.  

Das macht für mich die Beschäftigung mit den "alten" Instrumenten so faszinierend und den Nachbau so interessant. Es ist die Verbindung von Kunst und Wissenschaft die mich im Bann hält! Die Ergebnisse und Erkenntnisse aus all meinen Untersuchungen und Analysen sowie das Wissen auf dem Gebiet der Physik, speziell der Hörakustik fließen unterstützend in meine praktische Arbeit beim Bau klanglich hochwertiger Instrumente ein.

 

In meiner Werkstatt fertige ich alle Arten von historischen Zupfinstrumenten aus der Zeit des 16. bis 18. Jahrhunderts, der Blütezeit der Lauteninstrumente, der Renaissance- und Barockgitarren, der Vihulas und Zistern.

Viele Instrumente entstehen nach Vorlagen historischer Originale, die ich in Museen untersucht, vermessen und dokumentiert habe und die entsprechend den Kundenwünschen bezüglich des Klangs, der Gestaltung und der Spieleigenschaften angepasst werden. Außerdem entwickle ich aus den Erfahrungen mit historischen Originalen immer wieder Eigenmodelle.

 

Neue Instrumente entstehen auch aus Umentwicklungen historischer Vorlagen, eine Methode die zu allen Zeiten des Bestehens der Lauten üblich waren. In der Vergangenheit wurden dazu sehr häufig ältere, wertvolle Instrumente den jeweils neuen Klangidealen angepasst. Ein gutes Instrument einfach wegzuwerfen wäre viel zu schade gewesen. Die noch erhaltenen Instrumente in den Museen und Sammlungen zeigen uns, wie kreativ die damaligen Instrumentenbauer zum Beispiel die Saitenzahl älterer Instrumente erhöhten und Instrumente mit zusätzlichen Wirbelkästen, neuen Hälsen, Stegen und teilweise mit neuen Decken versahen und sie damit dem Anforderungen anpassten. Damals nannte man das häufig "renoviret" und so finden sich in manchen Instrumenten Zettel mit diesem Vermerk.

 

Dieser Prozess ist aus meiner Sicht auch heute praktikabel da diese Veränderungen immer dazu dienen sollen, die Klangwünsche oder Spielkomfortvorstellungen der Spielerinnen und Spieler oder auch deren Wünsche zur äußeren Gestaltung und Verzierung zu erfüllen. So ist es als Beispiel durchaus möglich, die Vorlage einer historischen Renaissancelaute zu verwenden und diese als Barocklaute neu bauen. Umbauten dieser Art von historischen Vorlagen werden dann gelingen, wenn die Eigenschaften der Materialien und die Konstruktion des Ausgangsinstrumentes diese Veränderungen zulassen. Die dazu notwendigen Erfahrungen stammen aus vielen Untersuchungen von Originalinstrumenten.

Der Klang einer Laute wird entscheidend von der Wahl der Materialien und der Abstimmung ihrer Bestandteile zueinander bestimmt. Für beides nehme ich mir sehr viel Zeit. Häufig ist die Materialwahl durch ein bestimmtes Vorbildinstrument gegeben oder es ist ein Kundenwunsch. Dabei hat jede Zeitepoche ihre typischen Hölzer die den speziellen Klang ihrer Instrumente bestimmen. Häufigste Materialien für die Lautenmuschel sind dabei Ahorn, Palisander oder Eibe und moderne Nachbauten werden überwiegend aus diesen Hölzern gebaut.  

Dabei findet man jedoch in den Sammlungen Instrumente, die aus anderen, einheimischen Hölzern gebaut wurden. Auch Thomas Mace schrieb in seinem "Musick’s Monument", London 1676 "von vorzüglichen Lauten aus Pflaume, Birne oder Esche".
Diese einheimischen Hölzer sind akustisch sehr gut für den Lauten- oder Gitarrenbau geeignet und gestatten den Bau ganz wunderbar klingender Instrumente, ganz typisch und passend zur Musik ihrer Zeit. Wenn es den Kunden gefällt, so greife ich bei der Auswahl der Materialien für Korpus, Hals oder Griffbrett sehr gerne auf solche Hölzer zurück.

Bei historischen Instrumenten wurden aber auch häufig Materialien wie Elfenbein, Schildpatt oder Hölzern aus dem tropischen Regenwald verwendet. Der Einsatz dieser Materialien verbietet sich heutzutage ohne jede Frage. Aber es gibt Ersatzmaterialien, die den Charakter des Instrumentes nicht verändern und daher gut austauschbar sind.

 

Eigentlich ist jedes Bestandteil einer Laute bestimmend für den späteren Klang, den größten Einfluss hat jedoch die Decke mit Bebalkung und Steg, aber auch ihre Beziehung zum Korpus. Daher wird in jeder Phase des Baus besonderes Augenmerk auf dieses Bauteil gelegt. Schon beim Ausarbeiten der Deckenstärken begleiten akustische Messungen in meinem Akustiklabor die Arbeiten. Nachdem der Steg und die Balken mit der Decke verleimt wurden wird die klangliche Abstimmung fortgesetzt. Dabei werden die Formen aller Balken solange verändert bis der Höreindruck und die akustischen Messungen ein Optimum erreicht haben. Nach dem Aufsetzen der abgestimmten Decke auf die Lautenmuschel folgen eventuell noch weitere Feinabstimmungen. Erst wenn der Klang, das Ein- und Ausklingen des Tones, die Resonanzen des Instrumentes den Vorstellungen entsprechen, ist diese Abstimmung beendet.

Die große Bedeutung dieser Herangehensweise liegt in der Eigenart der Tonerzeugung bei Zupfinstrumenten begründet. Anders als bei Streichinstrumenten bei denen bei der Bogenbewegung kontinuierlich den Saiten und damit dem Instrument Energie zugeführt wird, ist bei ihnen die Übermittlung der Energie nach dem kurzen Moment des Anschlagens oder Anzupfens beendet. Wie gut das Instrument die dabei übertragene Energie in den gewünschten Klang umzusetzen vermag, hängt nun von der Konstruktion des Instrumentes, von seinen Materialien und deren Abstimmung aufeinander ab.
Die Beachtung diese Eigenschaft von Zupfinstrumenten ist zu jedem Zeitpunkt beim Bau sehr wichtig und ich widme einen großen Teil meiner Arbeit der Materialwahl und Abstimmung.

 

Letztendlich ist das Hauptanliegen meiner Arbeit, Musikinstrumente zu schaffen, die in all ihren Eigenschaften vom Klang über das Design bis zum Spielgefühl den Wünschen und Vorstellungen der Spielerinen und Spieler entsprechen.

Wenn alle Sinne gleichzeitig angesprochen werden so ist das Ziel erreicht!

 

2010 hatte ich einen ungewöhnlichen Besuch in meiner Werkstatt. Eine Fotografin und ein Redakteur des Magazins "Liebes Land" hatte sich angemeldet um in ihrere Serie über alte Handwerke den Beruf des Lautenbauers vorzustellen. Einen halbe Tag lang haben wir zusammengesessen und viel erzählt. Im Mai erschien dann der Artikel.

Hier können Sie den Artikel lesen

 

... und hier geht es direkt zum Verlag "Liebes Land" "Liebes Land"

 

About me and my workshop...

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After graduating as a physicist, I have worked at first many years in research and development in various research and educational institutions until I switched inspirational from my enthusiasm for the music from Renaissance and Baroque to the lute building. Several years, I learned the construction of historical string instruments for instrument makers in Germany and Austria. From 2008 to 2012 I successfully completed a university degree at the Department of Musical Instruments of the Faculty of Applied Arts Schneeberg in Markneukirchen. 2012, I was awarded with the German Musical Instrument Prize categrory 8-course Renaissance lute.

 

Lute building today

The sound of the lute instrument shaped the music of whole centuries, but after the French Revolution in 1789, the instruments disappeared from the music practice. After a break of nearly 200 years we may again hear replicas of these instruments in concert and now again in the private sector. Since the 70s, the musical instrument employs intensive research with historical sources as the remaining original instruments in museums and collections, or ancient texts and images. Since that time, it is always better able to rediscover the lost knowledge and the spirit and sound of approaching these instruments.

For me as lutemaker, the preoccupation with historical source material is a highly interesting work. Learning from the proportions and forms of historical instruments, their designs and construction techniques, the artistic design and ultimately the music that is associated with these instruments make this work so fascinating.

As a physicist, my special interest is the acoustic analysis and research of historical plucked instruments that I do into various museums and in my acoustics laboratory. These studies provide important insights into the relationships of the construction of the instruments and their sounds. They show that these instruments are far more common than believed, originated in an artistic AND scientific development process. Their builders had not only extraordinary artistic and technical skills, they also had extensive scientific knowledge. The instruments had been built by them as ingeniously designed impressive acoustic systems, which may have arisen not only from a purely aesthetic and artistic standards.  

That makes me the preoccupation with the "old" instruments so fascinating and the building of replicas so interesting. It is the combination of art and science which keeps me in the spell! The results of my research and analysis as well as knowledge in the field of physics, specifically the hearing acoustic flow supportive in my practical work in the construction of high-quality instruments.

 

In my workshop I build all kinds of historical plucked instruments from the period of the 16th to 18 Century, the heyday of lute instruments, Renaissance and Baroque guitars, the Vihuelas and Cittern...

Many of the instruments are created by templates of historical originals, which I studied, measured and documented in museums. They can be customized according to the customers' requirements of sound, design and playing characteristics. In addition, I develop from the experience with historical originals always own models.

 

New instruments also arise from modification historical models, a practice that was common to all times of the existence of lutes. In the past, this very often older, valuable instruments were modified to meet the requirements of the new sound ideals. A good instrument would have been simply too good to throw away. The surviving instruments in museums and collections show us how creative the former instrument maker were, for example, to increase the number of strings of older instruments or to modify instruments with additional pegboxes, new neck, bridges and sound boards. At that time these modifications often called "renoviret" and so we can read labels in some instruments with this note.

 

In my opinion, this process is still feasible because these changes are always designed to meet the sound requests or play comfort performances of the players or their wishes to the outer design and decoration. So it is quite possible, for example to use an sample of a historical Renaissance lute and will be modified to a Baroque Lute. Modifications of this type of historical templates will succeed if the properties of the materials and the construction of the main instrument to allow these changes. The necessary experience derived from many studies of original instruments.

The sound of a lute is significantly determined by the choice of materials and adjustment of its components to each other. For both, I take very much time. Often, the choice of material is given by a particular instrument or it is a customer request. Here each epoch has its typical materials they will determine the specific sound of their instruments. Most common materials for the lute bowl are maple, yew and rosewood and modern replicas are mostly built from these woods.  

Often we find in the collections of instruments that were built from other local woods. Also Thomas Mace wrote in his "Musick's Monument", London 1676, "there are exquisite lutes , which were made of plum, pear or ash."
These native woods are acoustically very good for the lute or guitar making and allow the construction of quite wonderful-sounding instruments, and very typical to the music of their time. If it pleases the customer, so I take such woods for body, neck or fingerboard.

Often historical instruments use materials such as ivory, tortoise shell or wood from the tropical rainforest, especially during the Baroque period.Prohibits the use of these materials is now without question. But there are alternative materials that do not change the nature of the instrument. They are therefore good interchangeable.

 

In fact, each part of a lute determines the future sound, the biggest impact, however, the belly with barring layout and bridge, but also their relationship to the body of the lute has the greatest influence. Therefore, highest attention will be given in each phase of the construction of these parts. When working out the belly thickness distribution, acoustic measurements in my own acoustic laboratory accompanies the work. After the bridge and the bars were glued onto the belly the acoustic tuning will be continued. Here, the shapes of all the bars have changed and this work will be finished until the tonal richness and the balanced sound impression in all pitches achieved an optimum. After setting the belly onto the bowl further fine-tuning may be followed. Only when the sound, the resonance of the instrument correspond the idea, this tuning will be finished.

The importance of this approach lies in the nature of the sound generation on plucked instruments. For string instruments where continuous motion of the bow energy is supplied to the instrument. For plucked instruments the transmission of energy is finished at the moment when the finger has plucked the string. How well the instrument transmitted the energy in the desired sound can implement depends now on the design of the instrument, of its materials and their adjustment with each other.
The observance of this property at any time during the construction is very important and I give her the appropriate attention by my choice of materials and tuning.

 

It is the main concern of my work to create musical instruments that meet all the needs and wishes of the musicians in all the characteristics from sound over design to handling.

When all the senses are satisfied, then the goal is reached!

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